Mobilität und Transport

Eine Hand bedient ein Touchdisplay im Auto, welches Funktionen des Fahrzeugs steuert.
© Foto Lev Dolgachov/AdobeStock

Neun Milliarden Personen werden durchschnittlich pro Jahr vom deutschen Linienverkehr befördert. Rund sechs Mal so viele Wege werden hierzulande mit dem Auto erledigt. Die Mobilität von Menschen wird zwar immer wichtiger, verbraucht aber auch Unmengen an Ressourcen. Zentraler Baustein ist die Vernetzung von Fahrzeugen mit anderen Fahrzeugen, mit Verkehrsmanagementzentralen, Ampeln und dem öffentlichen Nahverkehr. Hier helfen Informationstechnologien, effizient mit Zeit und Energie umzugehen sowie darüber hinaus die Umwelt zu schonen und die Sicherheit zu gewährleisten. Verkehrsplanung über alle Transportmittel hinweg, die zunehmend auf Kooperationsmodelle und Sharing setzt, schafft hier neue Spielräume. In naher Zukunft wird sogar der Traum vom hochautomatisierten Fahren verwirklicht werden. In der Elektromobilität stellt man sich nicht mehr nur die Frage nach neuen Antrieben, sondern auch die nach der intelligenten Steuerung von Versorgungsinfrastrukturen.

Das Auto von Morgen ...

Das Auto von morgen bringt seine Insassen effizient, unfallfrei und emissionsarm zum Zielort und kommuniziert dabei mit anderen Fahrzeugen und der Verkehrsinfrastruktur. Dank verschiedener Hörzonen im Fahrzeug können die Passagiere Musik hören, Verkehrsnachrichten abrufen oder ein Video schauen, ohne sich dabei gegenseitig zu stören. Die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation warnt den Fahrer bzw. die Fahrerin umgehend vor Unfällen, Gefahrenstellen oder Verkehrsbehinderungen, aber auch vor Müdigkeit und Sekundenschlaf. Elektromobilität ersetzt die klassischen Antriebe in einigen Bereichen und ergänzt sie in vielen anderen.

Autonomes Fahren kennen viele bislang nur aus der Science-Fiction-Literatur. Doch die letzten Jahre haben enorme Sprünge in der Technologie gebracht. Hierzu gehören neben Sensorsystemen, die die Umgebung des Fahrzeugs blitzschnell und hochgenau erfassen können, auch umfangreiches digitales Kartenmaterial, robuste und sichere Software-Bausteine sowie zuverlässige Kommunikationsinfrastrukturen. Schon heute werden umfassende Feldversuche mit hochautomatisiert fahrenden Autos erfolgreich absolviert – und in nicht allzu langer Zeit werden die ersten regulären autonomen Fahrzeuge auf unseren Straßen zu sehen sein.

Von A nach B zu kommen ist auf vielen Wegen möglich. IT hilft dabei, den besten zu finden. Fahrgäste des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs profitieren von echtzeitfähigen Navigations- und Informationsanwendungen, die über Baustellen, Staus oder Verzögerungen im Betriebsablauf berichten. Gerade unvorhergesehene Verzögerungen können für die Fahrgäste auf dem Weg zur Arbeit oder einem wichtigen Termin zur Zerreißprobe werden. Multimodale Verkehrssysteme, Fahrzeitprognosen und dynamische Tourenplanung optimieren dann den Ablauf für die Reisenden. Elektronische Fahrscheine ermöglichen zudem das sichere mobile Bezahlen.

Das Versuchsfahrzeug VICTOR

Beispielprojekt vom Fraunhofer ESK, München

VICTOR heißt das Versuchsfahrzeug, mit dem  Fraunhofer Anwendungen zur Fahrzeug-Umwelt- Vernetzung, kooperative Fahrerassistenzsysteme und Umfeldmodelle erforscht. Das Fahrzeug verfügt über mehrere Antennen, mit denen nicht nur GPS- und LTE-Signale empfangen werden, sondern auch solche nach dem autospezifischen WLAN-Standard ITS-G5. Laserscanner und zwei seitliche Radarsysteme dienen der Erkennung von anderen Verkehrsteilnehmern und Hindernissen.

Das Innere der Fahrzeugkabine des Versuchsfahrzeugs VIKTOR mit diversen Anschlüssen für IT-Geräte und einem extra Monitor.
© Foto Elvira Peter/Fraunhofer ESK

Mit dem Versuchsträger Victor erforscht und entwickelt das Fraunhofer ESK kooperative Fahrfunktionen.