Medizin und Gesundheit

Überwachung von Patienteninformationen und medizinischen Geräten über eine zentrale Station.
© Foto Luis Louro/Fotolia.com

Die Forschung im Gesundheitsbereich hat die Ziele, die Versorgungsqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern, ein möglichst effizientes Gesundheitssystem aufzubauen und Trends in der Medizintechnik ausfindig zu machen. Medizin von heute bietet viele Möglichkeiten, die Vorsorge, Diagnose, Therapieplanung, Behandlung und Erfolgskontrolle mithilfe von IT zu erleichtern und zu verbessern. Interaktive Assistenzsysteme im klinischen Alltag ermöglichen es, diagnostische und therapierelevante Informationen zu gewinnen. Software- Systeme unterstützen die Arbeit in den Arztpraxen, Kliniken und Apotheken. Digitale Prozessketten, zum Beispiel anhand einer elektronischen Patientenakte, ermöglichen individuelle Behandlungsformen. Dank Gesundheitstelematik können Konsultationen, aber auch Behandlungen ortsunabhängig durchgeführt werden. Sie erfordern andererseits aber nachhaltige Standards für Datenschutz und Informationssicherheit.

Medizintechnik von morgen ...

Medizintechnik von morgen ist komplett computergesteuert. Von bildbasierten Diagnoseverfahren über telemedizinische Lösungen bis zur Prothetik und Robotik finden sich Anwendungsgebiete von IT im Gesundheitswesen. Software unterstützt zudem den Workflow, zum Beispiel mit präoperativer Planung oder intraoperativer Unterstützung therapeutischer Eingriffe. Solche neuen Anwendungen bewahren nicht nur unsere hohe Lebensqualität, sie steuern auch dem zunehmenden Kostendruck im Gesundheitswesen entgegen.

Vernetzte Datenbanken ermöglichen eine verlässliche, schnelle Befundung und eine patientenindividuelle Behandlung. Informationen zu aktuellen und früheren Medikationen, Allergien, aber auch zu durchgeführten Operationen sowie Röntgenbilder einer Patientin oder eines Patienten können zukünftig in einer digitalen Patientenakte zusammengeführt werden. Das versetzt Ärzte in die Lage, für jeden Einzelfall die optimale Behandlung auszuwählen. Da alle wichtigen Informationen über den Krankheitsverlauf digital vorliegen, lassen sich zudem ganze Patientengruppen detailliert miteinander vergleichen. Um die Sicherheit dieser hochsensiblen Daten zu gewährleisten, werden moderne Verschlüsselungstechnologien und Sicherheitsstandards eingesetzt.

Intelligente Sensorsysteme gehören zu den zukunftsweisenden Technologien der altersgerechten Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Sie passen sich an die Bedürfnisse der Nutzer an und entlasten das Leben älterer aber auch mobilitätseingeschränkter Menschen im häuslichen Umfeld. Auch im Fitness- und Gesundheitsbereich werden Sensorsysteme eingesetzt, um die »Personal Health« eines jeden Nutzers zu verbessern. Sie messen Vitalparameter wie den Herzschlag und die Atemfrequenz, aber auch bestimmte Bewegungsabläufe während der Reha-Übungen zu Hause. Dadurch können individuelle Trainingspläne entwickelt und durchgeführt und die Gesundheitsvorsorge optimiert werden.

Projekt CaFur

Beispielprojekt vom Fraunhofer MEVIS, Bremen

Fraunhofer- Experten ist es gelungen, die Bildaufnahmen von Magnetresonanz-Tomographie-Untersuchungen erheblich zu beschleunigen und damit das Einsatzfeld der Methode zu erweitern. Das Echtzeit- MRT ermöglicht nun, Filme vom schlagenden Herzen mit 30 bis 50 Bildern pro Sekunde bei freier Atmung und ohne EKG aufzunehmen. Damit können die Reaktionen des Herzmuskels oder des Blutflusses direkt bei körperlicher Belastung beobachtet werden.

Echtzeit-MRT Aufnahmen für gezieltere Herzuntersuchungen
© Foto Klinghammer/Fraunhofer MEVIS

Fraunhofer- Experten ist es gelungen, die Bildaufnahmen von MRT-Untersuchungen erheblich zu beschleunigen und damit das Einsatzfeld der Methode zu erweitern.