ICT Dissertation Award

Wissenschaftliche Leistungen und die Weiterqualifikation der Mitarbeitenden liegen im Kernbereich der Verantwortung der einzelnen Fraunhofer-Institute. Die Erhebung Fraunhoferweiter Statistiken gehört ebenso dazu, wie auch das Bereitstellen und Anbieten fachübergreifende Weiterbildungen vor allem im Soft-Skill-Bereich. Der Fraunhofer-Verbund IUK-Technologie unterstützt diese Ziele zum Beispiel mit internen Preisvergaben für herausragende Publikationen und Abschlussarbeiten an den Fraunhofer-Instituten.

© Fraunhofer IUK-Verbund

So wird seit 2015 auf Verbundsebene jährlich der Fraunhofer ICT Dissertation Award ausgelobt. Dabei prämiert die Jury herausragende Dissertationen aus den FraunhoferInstituten, die sich mit hochgradig innovativen Entwicklungen und Technologien in der Informatik, Mathematik oder angrenzenden Gebieten auseinandersetzen. Der Preis wird traditionell im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik im Herbst vom Verbundsvorsitzenden übergeben und ist mit 5000 Euro, 3000 Euro und 2000 Euro für die ersten drei Plätze dotiert.

Preisträger 2018

Fraunhofer ICT Dissertation Award
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Mit dem ersten Preis wurde Dr. Steven Arzt (rechts) vom Fraunhofer Fraunhofer SIT ausgezeichnet (mit Prof. Dr. Peter Liggesmeyer, Leiter des Fraunhofer IESE)

Fraunhofer ICT Dissertation Award
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Den zweiten Preis erhielt Dr. Christoph Bier (rechts) vom Fraunhofer IOSB (mit Prof. Dr. Peter Liggesmeyer, Leiter des Fraunhofer IESE)

Fraunhofer ICT Dissertation Award
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Der dritte Preis ging an Dr. Sebastian Osterroth, der seine Promotion am Fraunhofer ITWM verfasste.

Auch in diesem Jahr kann das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT den ersten Platz bei den Fraunhofer ICT Dissertation Awards belegen. Dr. Steven Arzt konnte mit seiner Arbeit zum Thema »Static Data Flow Analysis for Android Applications (Statische Datenflussanalyse für Android-Anwendungen)« auf ganzer Linie überzeugen. Darin präsentiert er das FlowDroid-Werkzeug, das präzise und weitestgehend vollständige Datenflüsse aus populären Apps wie Facebook, PayPal und LinkedIn extrahiert. Die Ergebnisberichte von FlowDroid verbessern die digitale Souveränität des Benutzers, da dieser sich nun selbst ein Bild davon machen kann, wie eine App mit seinen Daten umgeht, bevor er die App auf seinem Gerät installiert und ihr somit seine Daten anvertraut. Mit FlowDroid kann der Benutzer nachvollziehen, welche Daten von seinem Gerät erhoben und an Dritte gesendet werden.

In seiner Arbeit »Umsetzung des datenschutzrechtlichen Auskunftsanspruchs auf Grundlage von Usage-Control und Data-Provenance-Technologien« unterzieht Dr. Philipp Christoph Sebastian Bier das Recht auf Auskunft im Datenschutzrecht einer kritischen Würdigung und schafft umfassende technische Voraussetzungen für die Wahrnehmung dieses Rechts auf Auskunft. So entwirft und implementiert er ein verteiltes, datenzentriertes, integriertes und betroffenenfokussiertes Datenschutzauskunftssystem, mit dem das Auskunftsrecht interaktiv und schrittweise wahrgenommen werden kann. Das erfordert auf der einen Seite eine tiefgehende juristische Aufbereitung der Problemstellung und auf der anderen Seite eine ebenso tiefgehende informatische Durchdringung. Nur so kann es am Ende zu einer Lösung kommen, die sowohl wissenschaftlich/technisch State-of-the-Art ist, aber gleichzeitig auch höchsten juristischen Anforderungen standhält. Eine solche Lösung ist Herrn Dr. Bier sehr gut gelungen. Diese Arbeit aus dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB war der Jury den zweiten Preis wert.

Den dritten Preis erzielte in diesem Jahr das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM mit der Arbeit von Dr. Sebastian Osterroth zum Thema »Mathematical models for the simulation of combined depth and cake filtration processes (Mathematische Modelle zur Simulation kombinierter Tiefen- und Kuchenfiltrationsprozesse)«. Darin beschreibt Herr Dr. Osterroth die Modellierung von Filtrationsvorgängen. Dabei lagern sich aus der durch den Filter fließenden Substanz Feststoffe unterschiedlicher Partikelgröße an, die einerseits den Filtrationsprozess verbessern, andererseits aber den Strömungswiderstand erhöhen. Der dadurch verursachte Druckverlust bestimmt im Wesentlichen den Energiebedarf für den Filtrationsvorgang. In der Dissertation wird eine Kombination von Tiefenfiltration (Deep-Bed Filtration) und Kuchenfiltration (Cake Filtration) betrachtet. Bei der Tiefenfiltration geschieht die Abscheidung von Partikeln im angeströmten Filtermedium. Die Partikelabtrennung erfolgt allein durch die in der Strömung angebrachte Filtermembran. Bei der Kuchenfiltration ist es hingegen erwünscht, dass die Filtration durch den sich aufgrund der Ablagerung sich bildenden Filterkuchen verbessert wird. Herr Dr. Osterroth entwickelte ein neues mathematisches Modell für den gekoppelten Prozess, das aus einem nichtlinearen System partieller und gewöhnlicher Differentialgleichungen besteht.

Preisträger 2017

Fraunhofer ICT Dissertation Award
© Gesellschaft für Informatik

Der erste Preis ging an Dr. Siegfried Rasthofer vom Fraunhofer SIT (links: Alexander Nouak, Geschäftsführer des Fraunhofer-Verbunds IUK-Technologie)

Fraunhofer ICT Dissertation Award
© Gesellschaft für Informatik

Den zweiten Preis erhielt Dr. Federico Samson-Himmelstjerna vom Fraunhofer MEVIS (hier links im Bild: Frank Hecker, der den Preis stellvertretend für seinen Kollegen entgegennahm)

Fraunhofer ICT Dissertation Award
© Gesellschaft für Informatik

Dr. Alexander Loos vom Fraunhofer IDMT (links) in Ilmenau erhielt den dritten Preis.

Am Abend des 26. September 2017 wurden die diesjährigen Preisträger des Fraunhofer ICT Dissertation Awards in Chemnitz gekürt. Die Verleihung fand traditionell im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik statt.

In der dritten Auflage des mit insgesamt 10 000 EUR dotierten Awards gewann Dr. Siegfried Rasthofer vom Fraunhofer SIT in Darmstadt mit seiner Arbeit »Improving Mobile-Malware Investigations with Static and Dynamic Code Analysis Techniques« den ersten Preis.
In seiner Arbeit entwickelte er einen Ansatz zur Analyse von Android-Software auf schädliche Inhalte. Insbesondere können mit dieser Lösung Apps von Drittherstellern auf schädliche Inhalte geprüft werden, auch dann, wenn kein Quellcode vorliegt. Schadcode lässt sich selbst dann erkennen, wenn die Entwickler versuchen, diese Erkennung zu umgehen. Aus den Ergebnissen der Dissertation ist am Fraunhofer SIT das Produkt »CodeInspect« entstanden, welches von diversen Herstellern zur Schadcodeerkennung lizenziert wurde.

Den zweiten Preis erhielt Dr. Federico von Samson-Himmelstjerna für seine Arbeit »Robust and time-efficient determination of perfusion parameters using time-encoded arterial spin labeling MRI«, die er am Fraunhofer MEVIS in Bremen verfasste. Dahinter verbirgt sich ein medizinisches Verfahren zur Messung des Blutflusses mit Hilfe von Magnetresonanztomografie. Das Besondere dabei ist, dass dem Patienten für diese Messung kein Kontrastmittel verabreicht werden muss. Mit dem Verfahren können Diagnostik und Verlaufskontrolle von Krankheiten wie Schlaganfall, multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson oder Krebserkrankungen des Gehirns effizient unterstützt werden.

Mit einer nicht ganz alltäglichen Anwendung von Bildauswertungs- und Gesichtserkennungstechnologien beschäftigte sich Dr. Alexander Loos vom Fraunhofer IDMT in Ilmenau in seiner Doktorarbeit »Face Recognition for Great Apes: Identification of Primates in Real-World Environments«, für die er den dritten Preis des Fraunhofer ICT Dissertation Awards erhielt. Sein Verfahren stellt das weltweit erste echtzeitfähige System zur individuellen Erkennung von Menschenaffen in Bildern und Videos dar, das auch unter schwierigen Freifeldbedingungen zuverlässig funktioniert. Eingesetzt wird es in der Wildtierforschung, um Schutzmaßnahmen für die vom Aussterben bedrohten Menschenaffen zu evaluieren. Das Verfahren eignet sich ebenso für den Einsatz in Zoos und Wildlife-Parks, um den Besuchern ein interaktiveres Erlebnis zu bieten.

Der Fraunhofer ICT Dissertation Award wird jährlich an Forscher der Mitgliedsinstitute für herausragende wissenschaftliche Promotionen in der angewandten Forschung für Informations- und Kommunikationstechnologie verliehen.

Preisträger 2016

Im Rahmen des Tags der Informatik der GI in Klagenfurt wurden am 28. September 2016 zum zweiten Mal die ICT Dissertation Awards verliehen. Die ausgezeichneten Doktoranden des diesjährigen Preises kamen aus den Instituten Fraunhofer ITWM, Fraunhofer IGD und Fraunhofer FIT.

1. Preis

mit einem Preisgeld von 5.000 EUR

Dr. rer. nat. Jan Kleinert
»Simulating Granular Material using Nonsmooth Time-Stepping and a Matrix-Free Interior Point Method«, TU Kaiserslautern, eingereicht von Prof. Dr. Dieter Prätzel-Wolters vom Fraunhofer ITWM

© Fraunhofer IUK-Verbund

Der 1. Preis ging an Dr. rer. nat. Jan Kleinert.

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Den 2. Preis erhielt Dr.-Ing. Tobias Große-Puppendahl und der 3. Preis ging an Dr. rer. nat. Katja Niemann (jeweils links im Bild, rechts Prof. Dr. Fellner, Vorsitzender des Fraunhofer IUK-Verbunds)

2. Preis

mit einem Preisgeld von 3.000 EUR

Dr.-Ing. Tobias Große-Puppendahl
»Capacitive Sensing and Communication for Ubiquitous Interaction and Environmental Perception«, TU Darmstadt, eingereicht von Prof. Dr. Dieter W. Fellner vom Fraunhofer IGD

3. Preis

mit einem Preisgeld von 2.000 EUR

Dr. rer. nat. Katja Niemann
»Discovery of Usage-based Item Similarities to Support Recommender Systems in Dealing with Rarely Used Items«, RWTH Aachen, eingereicht von Prof. Dr. Matthias Jarke vom Fraunhofer FIT