Fraunhofer ICT Dissertaton Award 2017

Fraunhofer ICT Dissertation Award - Gruppenfoto der Preisträger
© Foto Gesellschaft für Informatik

Fraunhofer ICT Dissertation Award 2017: die Preisträger Dr. Alexander Loos (Fraunhofer IDMT), Dr. Siegfried Rasthofer (Fraunhofer SIT), Frank Hecker (Fraunhofer MEVIS), der den Preis stellvertretend für seinen Kollegen Dr. Federico Samson-Himmelstjerna entgegennahm sowie Alexander Nouak (Geschäftsführer des Fraunhofer-Verbunds IUK-Technologie)

Preisverleihung in Chemnitz

Am Abend des 26. September 2017 wurden die diesjährigen Preisträger des Fraunhofer ICT Dissertation Awards gekürt. Die Verleihung fand traditionell im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik statt.

Fraunhofer ICT Dissertation Award
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Der erste Preis ging an Dr. Siegfried Rasthofer vom Fraunhofer SIT (links: Alexander Nouak, Geschäftsführer des Fraunhofer-Verbunds IUK-Technologie)

Fraunhofer ICT Dissertation Award
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Den zweiten Preis erhielt Dr. Federico Samson-Himmelstjerna vom Fraunhofer MEVIS (hier links im Bild: Frank Hecker, der den Preis stellvertretend für seinen Kollegen entgegennahm)

Fraunhofer ICT Dissertation Award
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Dr. Alexander Loos vom Fraunhofer IDMT gewann den dritten Preis des mit insgesamt 10 000 EUR dotierten Awards.

In der dritten Auflage des mit insgesamt 10 000 EUR dotierten Awards gewann Dr. Siegfried Rasthofer vom Fraunhofer SIT in Darmstadt mit seiner Arbeit »Improving Mobile-Malware Investigations with Static and Dynamic Code Analysis Techniques« den ersten Preis.
In seiner Arbeit entwickelte er einen Ansatz zur Analyse von Android-Software auf schädliche Inhalte. Insbesondere können mit dieser Lösung Apps von Drittherstellern auf schädliche Inhalte geprüft werden, auch dann, wenn kein Quellcode vorliegt. Schadcode lässt sich selbst dann erkennen, wenn die Entwickler versuchen, diese Erkennung zu umgehen. Aus den Ergebnissen der Dissertation ist am Fraunhofer SIT das Produkt »CodeInspect« entstanden, welches von diversen Herstellern zur Schadcodeerkennung lizenziert wurde.

Den zweiten Preis erhielt Dr. Federico von Samson-Himmelstjerna für seine Arbeit »Robust and time-efficient determination of perfusion parameters using time-encoded arterial spin labeling MRI«, die er am Fraunhofer MEVIS in Bremen verfasste. Dahinter verbirgt sich ein medizinisches Verfahren zur Messung des Blutflusses mit Hilfe von Magnetresonanztomografie. Das Besondere dabei ist, dass dem Patienten für diese Messung kein Kontrastmittel verabreicht werden muss. Mit dem Verfahren können Diagnostik und Verlaufskontrolle von Krankheiten wie Schlaganfall, multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson oder Krebserkrankungen des Gehirns effizient unterstützt werden.

Mit einer nicht ganz alltäglichen Anwendung von Bildauswertungs- und Gesichtserkennungstechnologien beschäftigte sich Dr. Alexander Loos vom Fraunhofer IDMT in Ilmenau in seiner Doktorarbeit »Face Recognition for Great Apes: Identification of Primates in Real-World Environments«, für die er den dritten Preis des Fraunhofer ICT Dissertation Awards erhielt. Sein Verfahren stellt das weltweit erste echtzeitfähige System zur individuellen Erkennung von Menschenaffen in Bildern und Videos dar, das auch unter schwierigen Freifeldbedingungen zuverlässig funktioniert. Eingesetzt wird es in der Wildtierforschung, um Schutzmaßnahmen für die vom Aussterben bedrohten Menschenaffen zu evaluieren. Das Verfahren eignet sich ebenso für den Einsatz in Zoos und Wildlife-Parks, um den Besuchern ein interaktiveres Erlebnis zu bieten.

Der Fraunhofer ICT Dissertation Award wird jährlich an Forscher der Mitgliedsinstitute für herausragende wissenschaftliche Promotionen in der angewandten Forschung für Informations- und Kommunikationstechnologie verliehen.