
Fraunhofer ISST
10.
Juni 2005
Ob Rockkonzert, Fußballweltmeisterschaft oder Olympische
Spiele – internationale Großveranstaltungen sind eine Herausforderung
für jede Event- und Verkehrslogistik: Besucher- und
Verkehrsströme müssen rechtzeitig entflochten und situationsabhängig
gesteuert werden.
Deutsche und chinesische Forscher
entwickeln jetzt gemeinsam ein innovatives Verkehrsinformationssystem.
Wann ist es Zeit zur Veranstaltung aufzubrechen? Gibt es Staus auf
der Strecke, die die Fahrzeit verlängern oder Störungen im U-Bahn-
Verkehr? Der digitale Begleiter, den die Forscher im Projekt TRANSIT–
Intermodal Transportation Information Management System – entwickeln,
sorgt dafür, dass man rechzeitig ans Ziel kommt.
Bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 will das deutsch-chinesische
Forscherteam ein umfassendes Informationssystem bereitstellen, das
sowohl öffentliche, als auch private Verkehrsmittel berücksichtigt
und miteinander kombiniert. Die neue »intermodale Service-Plattform« soll den Besuchern der Spiele in Berlin helben sich zu orientieren.
Auf Wunsch werden sie während der Veranstaltungstage durch
TRANSIT »proaktiv« geleitet: Einmal eingeloggt erhalten sie alle
relevanten
Verkehrsinformationen über Handy, PDA oder andere mobile
Endgeräte. Das Neue: Der Nutzer muss keine Fragen stellen.
Das System
fragt am Anfang alle Wünsche ab, dann liefert es die Informationen,
die benötigt werden, von sich aus: Es checkt Fahrpläne, aktuelle
Verkehrsdurchsagen und eventuelle Störungsmeldungen und
errechnet daraus eine Anfahrtsempfehlung, die pünktlich ans Ziel
führt.
Auch den Verkehrsleitzentralen eröffnet TRANSIT neue Möglichkeiten:
Durch reaktives Verkehrsmanagement – das das Verhalten und
die Reaktionen der Nutzer analysiert – lässt sich die aktuelle Verkehrssituation
beeinflussen. So können beispielsweise Verkehrsteilnehmer,
die mit dem eigenen Auto bereits losgefahren sind, frühzeitig
informiert werden, wenn sich ein Stau anbahnt.
Das Informationssystem
zeigt dann mögliche Parkplätze und Umsteigemöglichkeiten
auf öffentliche Verkehrsmittel an. Während der Fußball-Weltmeisterschaft
soll TRANSIT getestet und bei den Olympischen
Spielen in Peking 2008 flächendeckend eingesetzt werden.
Das wissenschaftliche Ziel des Projekts ist es, zahlreiche Dienste für
Einzelnutzer aber auch für das Verkehrsmanagement auf einer einzigen
gemeinsamen Plattform anzubieten. Die Informationen hierfür
werden dynamisch und automatisch erstellt. Ein aktueller Dienst informiert,
wann man spätestens aufbrechen sollte und berücksichtigt
dabei die Verkehrssituation, den sich verändernden Standort und die
individuellen Vorlieben – für bestimmte Verkehrsmittel, Routen,
die
Nutzung von Fahrstuhl und Rolltreppe.
Hochwertige Echtzeitdaten
und Prognosen sichern, dass die Veranstaltungsorte stressfrei und sicher
erreicht werden.
An dem vom Bundesforschungsministerium geförderten Gemeinschaftsprojekt
arbeitet ein hochkarätiges chinesisch-deutsches Forscherteam.
Von deutscher Seite sind mit dabei: Das Institut für Verkehrsforschung
IVF am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt
DLR, das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST,
das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, die Hamburg
Consult: Gesellschaft für Verkehrsberatung und Verkehrsmanagement
mbH, die Planung Transport Verkehr AG PTV sowie Siemens
Intelligent Traffic Systems ITS.
Ihr
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer ISST
Prof. Dr. Agnès Voisard
Mollstraße 1
10178 Berlin
Telefon: 0 30 / 2 43 06-4 13
Fax: 0 30 / 2 43 06-5 99
agnes.voisard@isst.fraunhofer.de
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