
Fraunhofer SIT
01.
Juli 2004
Städte und Dienstleister besitzen zahlreiche Informationen über Grundstücke, Straßen und Leitungsnetze. Der Austausch und die automatische Weiterverarbeitung dieser
so genannten Geodaten sind jedoch bislang nicht möglich. Im Rahmen des Intelcities-Projekts
arbeitet das Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT jetzt mit
Partnern an der Entwicklung von Plattformen zur besseren Nutzung von Geodaten. „Ziel
ist es, europaweite Standards und Infrastrukturen zu entwickeln, die den Kommunen
eine Optimierung ihrer Verwaltung erlauben und gleichzeitig Stadtplanern und
anderen Dienstleistern eine automatische Weiterverarbeitung von Geodaten ermöglicht“,
sagt SIT-Projektleiter Thorsten Henkel. „Dabei spielen Fragen des Datenschutzes,
Rechtemanagements und der IT-Sicherheit natürlich eine wichtige Rolle.“ Mit
18 europäischen Städten, 20 Firmen und 36 wissenschaftlichen Einrichtungen
und einem Projektbudget von 6,8 Millionen Euro ist Intelcities das größte
Forschungsprojekt zur Geodaten-Nutzung in Europa.
Stellen Sie sich vor, Sie suchen ein Baugrundstück. Wäre es nicht
schön, wenn man einfach seine Wünsche in einen Internet-Dienst eingeben
könnte und nach wenigen Sekunden eine Karte mit allen geeigneten Bauplätzen
angezeigt bekäme. Bürgern dies zu ermöglichen ist eines der
Ziele von Intelcities. Der Clou: Das ganze soll mit einem normalen Browser
funktionieren. Dadurch könnten beispielsweise Bürger, Bauherren oder
Architekten die internetgestützte Plattform nutzen, ohne zusätzliche
Software installieren zu müssen.
Desweiteren geht es darum Städte in die Lage zu versetzen, mit weniger
Personal größere Mengen an Geodaten zu verwalten. Stadtplaner und
Dienstleister hingegen suchen eine Möglichkeit, gezielt bestimmte Datenquellen
zu nutzen, um geobasierte Mehrwertdienste anbieten zu können. Zwar existieren
bereits entsprechende Systeme. Aber weil diese höchst unterschiedlich
sind, ist ein reibungsloser Datenaustausch bislang nicht möglich. Intelcities
will dies durch neue IT-Lösungen ändern. So könnten beispielsweise
Stadtplanungsprozesse durch gleichzeitige Datennutzung vereinfacht und beschleunigt
werden. Gleichzeitig ließen sich auf Städteseite Kosten reduzieren
oder durch den Verkauf von Geodaten neue Einnahmemöglichkeiten finden.
Dienstleister hingegen könnten endlich von den kommunalen Datenbeständen
profitieren, ohne aufwendige Datenerhebung und -pflege betreiben zu müssen.
Datenschutz und ausreichende IT-Sicherheit der Beteiligten müssen dabei
natürlich gewährleistet sein.
Die Geodaten-Nutzung ist Teil des Intelcities-Schwerpunktfeldes Land Use Information
Management, dessen Aktivitäten vom Fraunhofer-Institut SIT koordiniert
werden. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Derzeit ermitteln die
Wissenschaftler Daten und Bedürfnisse der Städte, um auf dieser Basis
in den Folgemonaten die Standards und Infrastrukturen zu entwickeln. Hierauf
können dann zukünftige Anwendungen aufsetzen. Eine sinnvolle Nutzung
der Geodaten ist dabei nur möglich, wenn eine automatische Weiterverarbeitung
der Informationen gewährleistet ist. Ein Stadtplaner oder Dienstleister,
der etwa nur an den Gasleitungen einer Region interessiert ist, möchte
diese Daten schließlich nicht erst bei einzelnen Städten zusammensuchen
oder aus deren gesamtem Datenbestand extrahieren müssen. Erste Ergebnisse
erwartet das Fraunhofer-Institut SIT gegen Ende des Jahres.
Links zum Thema:
http://www.sit.fraunhofer.de/intelcities/
Ihr
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Oliver Küch
Rheinstraße 75
D-64295 Darmstadt
Tel: +49(0)6151869-213
Fax: +49(0)6151869-224 presse@sit.fraunhofer.de
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