
Fraunhofer ISST
23.
Oktober 2008
Das Forschungsprojekt »E-Health@Home«, das jetzt den Zuschlag für eine Förderung durch das Bundesforschungsministerium bekommen hat, will diesen schweren und teuren Gang in Zukunft weiter hinauszögern oder wenn möglich ganz vermeiden: Ziel des Projekts mit einer Laufzeit bis 2011 ist die Identifikation, Bewertung, Gestaltung und Implementierung telemedizinischer Services für ältere Menschen auf der Basis neuer Geschäftsmodelle und in neuer Qualität. Dazu sollen bereits vorhandene Anwendungen aus der Telemedizin und der Forschung im Umfeld »Ambient Assisted Living« integriert und ergänzt werden.
An dem Projekt unter Federführung des Rhein-Ruhr-Instituts für Sozialforschung und Politikberatung an der Universität Duisburg Essen sind neben dem Fraunhofer ISST auch das Competence Center E-Commerce der Freien Universität Berlin, das Institut Arbeit und Technik IAT, das Institut für Sicherheit im E-Business an der Ruhr-Universität Bochum, die Hochschule Niederrhein, T-Systems sowie zahlreiche Kooperationspartner beteiligt. Das Fraunhofer ISST wird für E-Health@Home die informationstechnische Basis entwickeln: Das Institut wird ein so genanntes »serviceorientiertes Architekturframework« konzipieren, mit dem die einzelnen Module und Schnittstellen verknüpft und individuell auf den Benutzer zugeschnitten zur Verfügung gestellt werden können.
Die Herausforderung
Das Projektkonsortium legt großen Wert auf eine interdisziplinäre Herangehensweise: Um erfolgreich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln zu können, werden gleichermaßen medizinische, technische, ökonomische und soziale Faktoren verknüpft. Oberstes Ziel ist es, die empfundene Lebensqualität älterer Menschen zu steigern und Kosten für das Gesundheitswesen zu senken - letzteres nicht nur aus Sicht der privaten und öffentlichen Kostenträger, sondern auch aus der individuellen Perspektive einzelner Patienten und ihrer Angehörigen.
Das Projekt zielt auf Menschen mit einem Lebensalter von mehr als 65 Jahren ab, die in ihrer eigenen Wohnung leben. Diesen Menschen wollen die Projektpartner technikgestützte Hilfen und intelligente Haustechnik anbieten, um ihnen im Frühstadium verschiedener Krankheiten oder bei alterbedingten Beeinträchtigungen möglichst lange kostenintensive pflegerische Leistungen zu ersparen. Damit wollen die Projektpartner zu einer verbesserten Versorgungsqualität und zu einer Ermittlung von Einsparpotenzialen beitragen.
Das Fraunhofer ISST wird in das Projekt seine Erfahrung beim Aufbau von IT-Plattformen und durchgängigen Prozessen zwischen verschiedenen Systemen einbringen. Es wird damit die technologische Basis für ein erfolgreiches und in der Praxis anwendbares Ergebnis legen.
Das Fraunhofer ISST
Das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST - mit Standorten in Berlin und Dortmund - wurde 1992 gegründet und hat Forschungsschwerpunkte im »Continuous Software Engineering« und der »Informationslogistik«. Das Ziel ist es, in den sechs Geschäftsbereichen eHealthcare, Ambient Assisted Living, eGovernment, Enterprise Architectures, Embedded Systems Engineering sowie Situation- and Location-based Services zum einen die Langlebigkeit und Flexibilität komplexer Systeme sicherzustellen und zum anderen bedarfsgerechte Informationsangebote für Systembenutzer zu entwickeln. Im Sinne angewandter Forschung sieht sich das Fraunhofer ISST dabei als Mittler zwischen Wissenschaft und Praxis: Ergebnisse aus der Grundlagenforschung werden unmittelbar in industriellen Projekten umgesetzt, gleichzeitig fließen die am Institut gewonnenen Erfahrungen in die Lehre und Forschung ein. Zu den Partnern und Auftraggebern zählen neben den klassischen Nutzern kritischer IT-Systeme zunehmend auch Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, der Wohnungswirtschaft und des Eventmanagements.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Jakob Rehof beschäftigt das Fraunhofer ISST insgesamt rund 100 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zusätzliche studentische Hilfskräfte, Auszubildende und Praktikanten. Das Fraunhofer ISST ist Mitglied des Fraunhofer-Verbundes Informations- und Kommunikationstechnik, des Fraunhofer eGovernment-Zentrums und der Fraunhofer-Allianz Ambient Assisted Living / Assisted Personal Health. Außerdem bestehen Kooperationen mit der Universität Jonköping in Schweden, dem ICT an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Beijing und dem ICICI in Karnataka, Indien.
Links zum Thema:
http://www.isst.fraunhofer.de
Ihr
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Fraunhofer-Institut für
Software- und Systemtechnik ISST
Institutsteil Dortmund
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Britta Schmitz
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