
Fraunhofer ISST
18.
August 2006
Kaum ist die Fußball WM vorbei, schon wirft das nächste
internationale Sport-Großereignis seine Schatten voraus: Die
Olympiade 2008 – nur diesmal nicht im eigenen Land,
sondern in Peking, am anderen Ende der Welt. Um
Touristen, die zu diesem Ereignis in das »Reich der Mitte« reisen,
das Zurechtfinden dort zu erleichtern, hat das
Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST
gemeinsam mit dem DFKI und T-Systems sowie dem
chinesischen Forschungsinstitut ICT und CapInfo eine
Anwendung entwickelt, die den ausländischen Besuchern im
Dschungel der chinesischen Schriftzeichen weiterhilft:
die
Plattform COMPASS 2008. Diese wurde nun vor Ort von 15
Testpersonen erprobt. Der Testlauf war eine echte Premiere:
Es war das erste Mal, dass eine solche Technologie außerhalb
von Laborbedingungen unter realen Umständen und durch
normale Nutzer getestet wurde.
Das Besondere an dieser Lösung, die vom
Bundesforschungsministerium gefördert wird, ist der
kombinierte Einsatz von unterschiedlichen Technologien in
einer realen mobilen Anwendung: COMPASS2008 ist eine
Anwendung für mobile Endgeräte wie PDAs oder
Smartphones, die automatisch die Situation erkennt, in der
sich ein Nutzer befindet. Sie erkennt den Ort und die Zeit,
das persönliche Profil des Benutzers und ist in verschiedenen
Sprachen verfügbar.
Ausgestattet mit diesen Eigenschaften,
erkennt COMPASS2008 die jeweilige Situation, in der sich
eine Person befindet und filtert aus einer riesigen Menge an
möglichen Informationen diejenigen heraus, die in der
aktuellen Situation notwendig und sinnvoll sind. Das System
registriert zum Beispiel, wenn sich der Nutzer zur Mittagszeit
in der Nähe eines Restaurants befindet, das Speisen anbietet,
die derjenige laut des persönlichen Profils gern isst. Das
System weist seinem Benutzer den Weg zu diesem
Restaurant und unterstützt mit seinem »Smart Dining
Service« auch die Kommunikation mit dem Personal, das
häufig nur chinesisch spricht.
Die integrierte Sprachausgabe
kann zum Beispiel nach einem Tisch fragen oder das aus der übersetzten
Speisekarte gewählte Gericht bestellen. Auch über interessante Sehenswürdigkeiten wie die »Verbotene
Stadt« hält COMPASS die passenden Informationen bereit.
Die Teilnehmer des Feldtests, von denen zwei Drittel kein
chinesisch sprachen, haben nach einer kurzen Einweisung in
das System verschiedene touristentypische Situationen mit
Hilfe der Anwendung gemeistert: Die Suche nach einem
Café in der Nähe, das Abrufen von Wetterinformationen,
eine Taxifahrt inklusive Kommunikation mit dem Fahrer oder
die Verhandlung über einen Preis sind nur einige Beispiele.
Das Ergebnis: »Der Feldtest lief sehr zufrieden stellend. Die
Testpersonen waren begeistert und haben einhellig bestätigt,
dass die Funktionalität der COMPASS-Anwendung ihnen
geholfen hat, die vorgegeben touristenspezifischen
Situationen einfach zu meistern«, so Dr. Bernhard Holtkamp,
COMPASS-Projektleiter am Fraunhofer ISST. Und auch
chinesische Kontaktpersonen wie Taxifahrer, Verkäufer oder
Kellner, die von den Testern mit der Anwendung
konfrontiert wurden, waren von dem System angetan. Ziel
ist es nun, die Ergebnisse des COMPASS-Feldtests in eine
Lösung einzubringen, die 2008 den Besuchern der
Olympischen Spiele tatsächlich zur Verfügung stehen wird.
Ihr
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer ISST
Institutsteil Dortmund
Britta Schmitz B. A.
Emil-Figge-Str. 91
44227 Dortmund
Telefon +49 (0) 2 31/9 76 77-1 60
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