
Fraunhofer IAO
01.
Januar 2006
Reformen im Gesundheitswesen und die demographische Entwicklung in Deutschland
führen zu der Frage, wie die Lebensqualität älterer und pflegebedürftiger
Menschen auch in Zukunft sichergestellt werden kann. Ein wichtiger Faktor in
dieser Hinsicht ist die Vermeidung und professionelle Behandlung von Dekubitus
in der stationären und häuslichen Pflege.
Ein Dekubitus – auch Dekubitalulkus oder Druck- bzw. Liegegeschwür
genannt – entsteht, wenn Pflegebedürftige zu lange auf derselben
Hautstelle sitzen oder liegen. Der Auflagedruck der betroffenen Hautstellen übersteigt
dann langfristig den Blutdruck in den kleinsten Blutgefäßen. Auf
diese Weise wird die Blutzirkulation in den Gefäßen unterbrochen
und es kommt zu einer Mangelversorgung des Gewebes.
Für die Einrichtungen der stationären und ambulanten Altenhilfe
bedeutet das Auftreten eines Dekubitus neben der zeitlichen Mehrbelastung in
der täglichen Versorgung auch einen Imageverlust – gilt er doch
in der gesundheitspolitischen Diskussion als Qualitätsindikator für
die Pflege. Die Vermeidung dieser Erkrankung liegt somit im Interesse und in
der Verantwortung aller Beteiligten.
Aus diesem Grund hat das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und
Sozialordnung, Familie und Frauen beim Fraunhofer IAO eine landesweite Studie
zu diesem Thema in Auftrag gegeben. Ziel der Studie ist es, repräsentative
Aussagen zur Dekubitushäufigkeit, den Risikofaktoren und den in der Praxis
eingesetzten Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe und -therapie zu gewinnen.
Darüber hinaus sollen die Rahmenbedingungen in den stationären Altenpflegeeinrichtungen
und ambulanten Diensten untersucht werden. Diese erste flächendeckende
Erhebung dient der Sensibilisierung und schafft die Grundlage für die
Entwicklung politischer, rechtlicher und fachlicher Interventionswege.
346 stationäre und 404 ambulante Pflegeeinrichtungen aus ganz Bayern
haben an der Studie teilgenommen. Die Ergebnisse sind als Publikation mit dem
Titel »Pflege ohne Druck – Dekubitus, Ursachen der Entstehung,
prophylaktische Maßnahmen und Rahmenbedingungen in der häuslichen
und stationären Altenhilfe in Bayern« verfügbar. Eine kurze
Zusammenfassung der Ergebnisse ist kostenlos unter www.stmas.bayern.de/pflege/pflegeohnedruck.htm
erhältlich.
Internet: www.ph.iao.fraunhofer.de
Ihr
Ansprechpartner für weitere Informationen:
Fraunhofer IAO
Dr. Barbara Klein
Nobelstraße 12
D-70569 Stuttgart
Telefon +49 (0) 7 11/9 70-54 54
Telefax +49 (0) 7 11/9 70-54 91
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